Startseite » Garten » Pflanzen » Erdbeeren neu pflanzen

Erdbeeren neu pflanzen

Erdbeeren bereiten dem Gärtner zwar viel Arbeit, es ist aber ein schönes Gefühl, wenn eigene Früchte im Garten geerntet werden können. Es ist sogar möglich, die Ableger mit etwas Mühe selbst zu ziehen.

Ein Import aus Amerika

Die heutigen Erdbeeren in den Gärten stammen nicht von der Walderdbeere ab, wie viele annehmen. Sie entstanden ab Mitte des 18. Jahrhunderts aus Kreuzungen der Chile-Erdbeere mit der Scharlach-Erdbeere, die aus Nordamerika kommt. Also ist diese beliebte Gartenfrucht der Gegenwart ein Import aus der Neuen Welt. Sie hat sich in Europa gut eingelebt. Die so gezüchteten Hybride wurden als Ananas-Erdbeeren bezeichnet und verbreitete sich schnell. Früher wurden sie noch als Delikatessen gehandelt und waren wie der Kaviar nur der betuchten Oberschicht zugänglich.

Heute sind sie als Nahrungsmittel –vor allem in der Erdbeerzeit – weiter verbreitet, wenn auch immer noch meistens ziemlich teuer. Viele wissen auch nicht, dass die Erdbeere zur Familie der Rosengewächse zählt. Zu dieser gehören auch Kirschen, Äpfel und Quitten. Die Erdbeere ist also botanisch mit dem Apfelbaum sehr eng verwandt. Die Blüte ist beim genauen Hinschauen sogar der Rosenblüte sehr ähnlich. Die Frucht ist eine so genannte Sammelnussfrucht. Das bedeutet, dass die Samen kleine Nüsse sind, welche sich auf der Schale des Fruchtkörpers befinden.
Erdbeere

Erdbeerpflanzen mit etwas Aufwand selbst ziehen

Das Angebot von Erdbeerpflanzen für den Gärtner ist im Frühling und Sommer groß. Als Hauptpflanzzeit werden heute die Monate Juli und August bevorzugt. Das Angebot von Pflanzen und Sorten macht allerdings heute eine Pflanzung während der gesamten Vegetationsperiode möglich. Thüringer Gärtner haben einige Techniken entwickelt, wie Ableger leicht selbst gezogen werden können. Eine Methode besteht darin, die Ableger ins Erdreich einzudrücken. Dort bilden sie schnell neue Wurzeln. Wenn sie dann von der Mutterpflanze abgetrennt werden, steht bereits eine völlig ausgewachsene Pflanze in Gärtnerqualität zur Verfügung, die bereits im folgenden Jahr gute Erträge bringen kann.

Ähnlich ist die Methode, die Ableger in kleine Blumentöpfe zu drücken, welche mit Erde angefüllt sind. Die Verbindung zur Mutterpflanze wird erst dann gekappt, wenn die Ableger der Erdbeere entsprechend entwickelt sind. Wichtig ist hierbei, die Pflanze immer ausreichend mit Wasser zu versorgen. Diese Methode Erdbeerpflanzen zu ziehen hat den Vorteil, die jungen Pflanzen eine Zeit lang im Topf kultivieren zu können, wenn im Garten noch kein Beet frei ist.

Erdbeeren neu pflanzen

Bewährte Sorten für den Erdbeeren Anbau

Bewährte Erdbeeren Sorten für den Anbau im Kleingarten

Über die Jahrzehnte haben sich einige Erdbeersorten für den eigenen Anbau sehr bewährt: Elsanta, Senga Sengana, Polka, Korona und Elvira sind frühe Sorten. Salsa oder Thuriga reifen mittelspät bis spät. Das Pflanzen mehrerer Sorten hat den Vorteil, die Ernte über einen langen Zeitraum zu verteilen. Unter günstigen Wetterbedingungen kann sich die Erdbeerernte von Mai bis Anfang August hinziehen. Alle einmaltragenden Arten der Gegenwart sind selbstfruchtbar.

Ältere Liebhabersorten wie die bekannte Mieze Schindler benötigen zu ihrer Bestäubung in der Nähe eine zweite Sorte. Hierauf ist beim Anbau zu achten, da heute nicht mehr davon ausgegangen werden kann, dass der Nachbar auch Erdbeeren anbaut. Die zweite Sorte ist also im eigenen Garten zu kultivieren. Mehrmals tragende Sorten ermöglichen eine erste Ernte im Juni und nach einer Pause die zweite Ernte im August und September. Allerdings tragen sie nicht so stark und bedürfen besonderer Pflege. Eine Sorte ist zum Beispiel Ostara. Als dritte Erdbeerart gibt es noch die monatlich tragenden Sorten, die allerdings nicht weit verbreitet sind.

Die Kultur der Erdbeeren im Gartenjahr

Ideal für die Erdbeere ist ein Standort in der vollen Sonne. Die Böden sollten humusreich und locker sein. Ein windgeschützter Standort ist gut. Schwerere Böden müssen durch die entsprechende Bearbeitung gelockert werden. Gründüngung ist ebenfalls sehr hilfreich. Bewährt hat sich ein Anbau der Erdbeeren auf ca. 20 Zentimeter hohen Dämmen, die aus einem lockeren Sand-Humus Gemisch bestehen. Generell gilt: Je besser der Boden vorbereitet ist, desto mehr Früchte können geerntet werden. Pro Quadratmeter sollte mit ungefähr fünf Litern gutem Kompost gedüngt werden. Eine Einarbeitung von Stroh oder Sägemehl ist ebenfalls von Vorteil.

Um Bodenschädlingen vorzubeugen, sollten an der Stelle des Erdbeerbeetes mindestens vier Jahre lang keine Erdbeeren gestanden haben. Nach der Pflanzung brauchen die Erdbeeren viel Wasser. Unkraut muss ständig gejätet werden, die regelmäßige Auflockerung des Beetes sollte selbstverständlich sein. Bilden sich Früchte, ist ein Bestreuen der Erde mit Stroh möglich. Dieses verhindert das Verfaulen der Frucht, wenn es während der Erntezeit sehr viel regnen sollte. In trockenen Zeiten schützt das Stroh den Boden wirkungsvoll vor Austrocknung.

Bei dem Anbau im eigenen Garten sollten vor allem persönliche Vorlieben für bestimmte Erdbeeren eine Rolle spielen. Der authentische Geschmack belohnt all die Mühen.

Erdbeeren neu pflanzen
Bewerte jetzt