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Historische Obstsorten auf Streuobstwiesen

Historische Obstsorten auf Streuobstwiesen

Historische Obstsorten

Bereits die Römer bauten Obst nicht nur an, sondern wussten sogar schon um die Kunst der Gehölz-Veredelung. Die Geschichte des Obstanbaus lässt sich jedoch noch viel weiter zurückverfolgen. Im Laufe der Zeit entstand durch gezielte Auslese eine unübersehbare Vielfalt an Obstsorten. Viele von ihnen laufen allerdings Gefahr, in Vergessenheit zu geraten.

Alte Obstsorten sind erhaltenswert

Der Anblick hochstämmiger Obstbäume, die im Frühjahr ganze Wiesen in ein Blütenmeer verwandeln und im Herbst mit saftigen Früchten locken, ist im Vergleich zu früher seltener geworden. Typische Streuobstwiesen, deren Baumbestand sich aus unterschiedlich alten Exemplaren verschiedener Obstarten und -sorten zusammensetzt, wurden vielerorts durch Niederstamm-Anlagen ersetzt.

Dort prägen lange Reihen klein bleibender Bäume das Bild. Diese beginnen früher zu tragen als ihre hochstämmigen „Kollegen“. Auch lässt sich hier aufgrund geringerer Baumhöhen das Obst leichter ernten. Den Anforderungen, die an handelstaugliche Sorten gestellt werden, können viele der historischen Obstsorten nicht standhalten, obwohl sie geschmacklich nichts zu wünschen übrig lassen.

Winter-Goldparmäne und Pastorenbirne

So geraten sie leider nach und nach in Vergessenheit. Ihre Anbauflächen werden sich selbst überlassen, weil kein Geld mehr mit ihnen zu verdienen ist. „Winter-Goldparmäne“, „Rote Sternrenette“, „Pastorenbirne“ oder „Doppelte Phillipsbirne“ sind nur einige Beispiele für die klangvollen Namen alter Sorten, die heute nur noch wenige kennen. Doch aus ganz unterschiedlichen Gründen beginnen auch jüngere Menschen wieder, sich für die nicht ganz so perfekten Vorfahren der heutigen „Supermarkt-Früchte“ zu interessieren.

Anlage einer Obstwiese

Ist ein geeigneter Standort verfügbar, so tun Gärtner sich selbst und ihren Mitgeschöpfen sicher einen großen Gefallen, wenn sie dort statt eines kurz gemähten Rasenteppichs eine Obstwiese anlegen. Neben der Deckung des Eigenbedarfs mit frischen Früchten erfüllt eine solche Wiese die Funktion eines äußerst wertvollen Lebensraumes für viele bedrohte Tierarten. Steinkäuze, Fledermäuse und Siebenschläfer finden Unterschlupf in Baumhöhlen.

Igel durchstreifen das Gebiet auf der Suche nach Nahrung. Bienen und Hummeln lieben die unzähligen Blüten im Frühjahr. Insekten, die Totholz zur Fortpflanzung und Ernährung benötigen, kommen ebenfalls auf ihre Kosten. Wer eine neue Obstwiese mit hochstämmigen Bäumen anlegt, sollte allerdings damit rechnen, dass einige Jahre verstreichen, bis nennenswerte Mengen geerntet werden können.

Schutz vor Wildbiss und Wühlmäusen

Die Bäume müssen eventuell vor Verbiss durch Wild, Weidetiere und Wühlmäuse geschützt werden. Zur richtigen Anlage und Pflege einer Streuobstwiese zunächst Fachleute zu befragen, ist sicher eine gute Idee. In Kursen zu Themen wie „Baumschnitt“ oder „Veredelung“ können bestimmte Techniken erlernt und viele wichtige Fragen geklärt werden. Kompetenten Rat zu geeigneten Sorten und deren fachgerechter Behandlung erteilen ortsansässige Gärtnereien und Baumschulen. Dort werden meist regionale Obstsorten zum Anbau empfohlen, da sich diese oft bereits über Jahrhunderte hinweg in der entsprechenden Gegend als zuverlässige Nahrungslieferanten bewährt haben.