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Die Weihrauch-Pflanze – Worum handelt es sich bei diesem Gewächs?

Die Weihrauch-Pflanze – Worum handelt es sich bei diesem Gewächs?

Eigentlich ist die Weihrauch-Pflanze, ein Baum und gehört zur Gattung der Balsambäume. So setzt auch dieses Gewächs ein milchig aussehendes Gummiharz ab. Aus diesem wird dann mit Hilfe der Trocknung an der Luft das Weihrauchharz gewonnen, welches auch als Olibanum bezeichnet wird.

Die Klassifizierung sieht hier wie folgt aus:

  1. Kerneudikotyledonen ≥ Rosiden ≥ Eurosiden
  2. Wissenschaftliche Bezeichnung: Boswellia
  3. Familienabstammung: Balsambaumgewächse
  4. Gattungsart: Weihrauch
  5. Ordnung: Seifenbaumartige Pflanze

Zahlreiche Möglichkeiten zur Verwendung machen dieses uralte Gewächs zu etwas ganz Besonderem, so dass es sich lohnt diese Pflanze einmal genauer in Augenschein zu nehmen.

Welche Kennzeichnungen besitzt der Weihrauchbaum?

Je nachdem wo die Weihrauch Pflanze wächst und um welche Art es sich handelt, kann der Weihrauchbaum zwischen 1,5 Meter und 8 Meter groß werden. Die Rinde erinnert hier an Papier und blättert bei Trockenheit, wie eine zweite Haut vom Stamm ab. Bis zu 25 Zentimeter lange Blütenstände, ähnlich wie Trauben, bilden sich hingegen an den Ästen dieses Baums. Um das milchige Gummiharz gewinnen zu können, gilt es sogenannte schizogene, durch Spaltung entstandene, Exkreträume zu schaffen, so dass das Harz dann aus der Rinde fließen kann.

Der Weihrauchbaum ist ein bescheidenes Gewächs

Vor allem in sehr trocknen Regionen findet man den Weihrauchbaum. So wächst diese Pflanze in Ländern, wie in Indien, im angrenzten Arabien, sowie in Eritrea, im Sudan, in Äthiopien und in Somalia. Am besten wächst dieses Balsambaumgewächs in wüstenähnlichen Landschaften zwischen Gesteinen.

Zahlreiche verschiedene Arten gibt es hier zu entdecken

Weihrauchpflanzen, die der Gattung Boswellia zu zuordnen sind, haben mit den sogenannten Harfensträuchern kaum etwas gemeinsam. Auch, wenn diese gerne als Weihrauchkraut oder als Weihrauch bezeichnet werden, handelt es sich hier um zwei verschiedene Gewächse. Gerade in der Gattung Boswellia finden sich aber viele verschiedene Weihrauchbaumarten.

Verbreitungsgebiete der verschiedenen Arten:

  • Boswellia frefreana: Der Elemi-Weihrauch
  • Boswellia papyrifera: Der äthiopische Weihrauch
  • Boswellia sacra: Der arabische Weihrauch
  • Boswellia serrata: Der indische Weihrauch
  • Boswellia nana: Sokrota
  • Boswellia dalzielii: Der westafrikanische Weihrauch

Der Weihrauchbaum stellt hohe Ansprüche, denn nur in wüstenähnlichen, wie kargen Gebirgslandschaften fühlt dieses Gewächs sich wohl. Bislang ist ein Nachzüchten dieser Pflanze erfolglos geblieben und wird wahrscheinlich auch in Zukunft kaum gelingen.

Wie erfolgt eine Weihrauchernte?

Zwischen Ende März und Anfang April wird das Weihrauchharz meist geerntet. Gleich mehrere Monate dauerte diese besondere Ernte. So werden Schnitte an den Stämmen, sowie an den Ästen in den Baum geritzt, aus diesen tritt dann das begehrte Gummiharz aus und wird in entsprechenden Behältnissen aufgefangen. Wird ein Weihrauchbaum angezapft, handelt es sich anfangs aber immer um minderwertiges Harz.

Nach rund drei Wochen steigt allerdings die Qualität des Harzes. Rund 500 Gramm Harz lassen sich so ein jedes Mal von einem Weihrauchbauch gewinnen, so dass ein Weihrauchbaum im Laufe der Erntezeit zwischen drei und zehn Kilogramm Gummiharz liefern kann. Wie viel Harz sich genau aus einem Gewächs dieser Art ernten lässt, hängt immer davon ab, wie alt, wie groß und wie gut der Zustand des Baums ist.

Keineswegs kann die Ernte des Harzes beliebig lang fortgesetzt werden. Weihrauchbäume, die über Jahre das wertvolle Gummiharz liefern, benötigen irgendwann eine mehrjährige Ruhephase, um sich erholen zu können.

Das Gummiharz des Weihrauchbaums lässt sich fast mit Gold aufwiegen

Bereits vor vielen tausend Jahren war das Gummiharz des Weirauchbaums fast so wertvoll, wie pures Gold. Bekanntlich zeugt sogar die Bibel davon, wie kostbar Weihrauch damals war, denn die drei Weisen aus dem Morgenland übergaben Josef und Maria zur Geburt von Jesus Weihrauch, Gold und Myrrhe. Durchaus geht die Geschichte des Weihrauchs aber noch viel weiter zurück in die Vergangenheit, denn vor rund 7000 Jahren übergab man den Göttern Weihrauch, als Opfergabe.

Auch die Ägypter wussten zudem schon recht früh etwas mit Weihrauch anzufangen. So balsamierten sie damit ihre Toten ein, nutzten es als Räuchermittel und verwendeten es auch als Desinfektionsmittel. Schon seit Jahrtausenden sind die Olibanum-Extrakte außerdem in der ayurvedischen Medizin bekannt, um Erkrankungen der Bronchien, sowie chronische Arthritis erfolgreich zu therapieren. In der heutigen Zeit gewinnt Weihrauch zudem auch wieder immer mehr an Bedeutung, denn dieses besitzt zwar zahlreiche Talente, aber nur wenige Nebeneffekte.

Doch leider ist es auch so, dass es immer weniger Boswellia-Bäume auf unserer Erde gibt. Experten warnen bereits davor, dass es bald kaum noch solcher Gewächse geben wird und demnach in naher Zukunft die Harzgewinnung um 50% sinkt. Laut einer wissenschaftlichen Untersuchung könnte der Boswellia-Baumbestand in nur fünf Jahrzehnten um satte 90% zurückgehen, so dass die Weihrauch-Herstellung zum Erliegen kommen wird. Dies ist auch keineswegs das Verschulden habgieriger Menschen, sondern vielmehr die Schuld von häufiger auftretenden Bränden, Überschwemmungen, sowie den Befall von Schädlingen.

Weihrauch und die Medizin

Weihrauch eignet sich keineswegs nur für Pastoren, die diese wertvolle Substanz während einer Messe zur Weihung verwenden, denn auch als Heilmittel gegen Entzündungskrankheiten wirkt dieser Stoff. Demnach wissen Mediziner diese Wirkungsweise auch heute zu schätzen und setzen Weihrauch gerne als Alternative zu Cortison ein. Hierzulande wird aber meist nur das Gummiharz der Gattung Borrelia serrata verwendet, um medizinische Präparate die Wirkungsweisen des Weihrauchs zu verleihen. Zum Teil finden sich aber ebenso Weihrauch-Extrakte der Gattung Borrelia sacra in den medizinischen Produkten.

Zudem liefert dieses Gewächs aber nicht nur allein Olibanum, sondern ebenso Gummi, sowie ätherische Öle. Unter anderem können hier demnach Verbenon, Olibanol, Phellandren, Pinen und ähnliche Öle gewonnen werden. Mehr als 80 verschiedene chemische Verknüpfungen liefert die komplexe Olibanum-Zusammensetzung. Die hier bedeutendste Verbindung ist und bleibt aber die Boswelliasäure, denn diese hemmt zielbewusst die Leukotriensynthese, welche für schmerzhafte Entzündungsherde im menschlichen Körper verantwortlich ist. So stört diese Wirksubstanz den Prozess der Entwicklung von Entzündungssäuren und greift auf diese Weise gezielt in die entzündlichen Stellen ein.

Auch Deutsche Pharmakologen beschäftigen sich seit Jahren mit den Wirkungsweisen von Weihrauch. Laut ihrer Untersuchungen zeigt dieser Stoff gerade bei rheumatisch-entzündlichen Krankheiten eine schonende, aber dennoch effektive Wirkungskraft. So gibt eine Studie, die belegt, dass der menschliche Körper die Weihrauchbestandteile gut absorbiert. Demnach lässt sich Weihrauch mit Antirheumatika, sowie mit üblichen Schmerzpräparaten auf eine Stufe stellen. Nicht nur der Mensch profitiert aber heute von diesen Wirkungsweisen, denn auch Tiere werden inzwischen mit dieser schonenden Substanz behandelt.

Sowohl äußerlich, als auch innerlich eignet sich Olibanum als natürliches Heilmittel, so dass es auf dem Markt verschiedene Formen der Darreichung gibt. Kapseln, wie Salben können demnach zur Anwendung kommen, allerdings werden diese Präparate meist nicht von Krankenkassen bezahlt, so dass es diese aus eigener Tasche zu bezahlen gilt.

Fazit: Weihrauch besitzt weitaus mehr gute Eigenschaften als gedacht, denn vor allem in der Medizin ist Olibanum bereits seit Jahrtausenden bekannt. So wirkt dieser Substanz zwar äußerst schonend gegen schmerzhafte Entzündungen, aber zeigt sich dabei trotzdem sehr effektiv. Mit seinen vielen guten Eigenschaften ist das Harz des Weihrauchbaums demnach heißbegehrt und fast so viel wert wie pures Gold. Da es aber immer weniger Weihrauchbäume auf der Erde gibt, wird es Zeit, dass die Nachzucht alsbald gelingt, denn ansonsten wird diese natürliche Wirksubstanz nicht mehr für Mensch und Tier zur Verfügung stehen.
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