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Dünger Wiki

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Dünger im Garten – ein kurzer Überblick

Dünger: Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K)

Dünger ist neben Wärme, Licht, Wasser und Luft eine der Hauptkomponenten die zu einem erfolgreichen Anbau von Pflanzen notwendig sind. Dies macht Düngen zu einer der wichtigsten Grundlagen der Gartenkultur. Durch das unübersichtliche Angebot an verschiedensten Düngerprodukten wird der Privatmann oft nicht nur verunsichert, sondern auch unnötig oft zur Kasse gebeten. Zum erfolgreichen Wachstum einer Pflanze sind nur wenige Komponenten in größeren Mengen notwendig. Dies sind einerseits Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K), welche in ihrer Mischung als NPK-Dünger oder Volldünger käuflich zu erwerben sind.

Das Mischungsverhältnis bestimmt hierbei die Auswirkung des Düngers auf die behandelte Pflanze. Stickstoff sorgt für ein gesundes Wachstum der Blattmasse. Ein höherer Anteil von Phosphor im Dünger sorgt hingegen für ein starkes Blüten- und Fruchtwachstum. Kalium wird von der Pflanze für die Holzbildung benötigt und gibt ihr ein stabiles Grundgerüst. Im Anbau von Blattgemüse ist also ein Dünger notwendig, der einen höheren Stickstoffanteil aufweist, bei der Zucht von Blumen eher ein Solcher der einen hoher Phosphoranteil aufweist. Andererseits sollte der Dünger noch geringe Anteile von Schwefel, Calcium und Magnesium aufweisen, welche das Bodenleben fördern und seine Struktur aufbrechen.

Bedenkt man jedoch vor der Düngung welchen enormen Energieaufwand die Herstellung synthetischer Düngemittel nötig ist, so sollte man als verantwortungsvoller Gärtner sein Augenmerk auf organische Dünger richten, da oben genannte Hauptbestandteile durchaus auch in augenscheinlichen „Abfällen“ wie Blut- Knochen oder Hornmehl enthalten sind. Zusätzlich zu einer Nutzung von Mist oder hauseigenen kompostierten Abfällen kann der Privatmann somit einen Dünger in seinem Garten ausbringen der in seiner Erzeugung keine zusätzliche Belastung für die Umwelt mit sich gebracht hat

Kalium

Kalium ist neben den Bestandteilen Phosphor und Stickstoff der wichtigste Bestandteil käuflicher „Volldünger“, welche aufgrund ihrer oben genannten Bestandteile auch NPK-Dünger genannt werden. Kalium liegt in der Natur niemals rein vor (es verbrennt bei Wasserkontakt), sondern stets als Kation in Verbindungen. Wichtig für den Privatmann sind hierbei die in den Düngemitteln verwendeten Kalisalze.

Diese werden von der Pflanze aufgenommen und beeinflussen die CO2 Aufnahme positiv, wodurch es die Photosynthese und die Bildung von Stärke, Zellulose, Lignin und Proteinen fördert. Pflanzen, denen zu wenig Kalium zur Verfügung steht, erkennt man an mangelhaftem Stützgewebe (geringer Zelluloseaufbau) und mit der Zeit fortschreitenden vergilbenden, oder gar absterbenden Arealen am Blattrand (sogenannten „Blattrandnekrosen“).

Stickstoff

Zwar ist Stickstoff der Hauptbestandteil der Atemluft, jedoch in seinem Gasförmigen Zustand für die Pflanzenwelt völlig unerreichbar. Einige Pflanzenfamilien, zum Beispiel die Leguminosen, haben sich an diesen Zustand über die Bildung von Symbiosen mit Stickstoff bindenden Bakterien angepasst, denen sie in ihren Wurzeln Unterschlupf bieten.

Alle übrigen Pflanzen sind auf die Aufnahme von Stickstoff über Nitrat- oder Ammoniumsalze angewiesen. Diese sind daher auch eines der drei Grundbestandteile des NPK- oder „Volldüngers“. Augenscheinlich wird die Notwendigkeit einer erhöhten Gabe von Stickstoff durch kümmerliches Wachstum, zu frühe Blüte (Notblüte), insbesondere aber durch gelb verfärbte Blätter.

Phosphor
Phosphor ist von allen drei wichtigen Düngeelementen des Volldüngers das in der Natur am schlechtesten verfügbare, da es nur schwer löslich in Gesteinen vorhanden ist. Meist ist ein mangelndes Pflanzenwachstum daher auf eine zu geringe Phosphorversorgung zurückzuführen. Da dieses Element in der DNA und RNA essentiell notwendig ist, aber auch für die Photosynthese und den Wasserhaushalt der Pflanze zuständig ist, kommt es bei einer Unterversorgung schnell zu mangelhaften Blattwachstum.

Hierbei wird jedoch die Bildung von Chlorophyll nicht im selben Maße reduziert wie die Blattmasse. Der aufmerksame Gärtner erkennt dies schnell an kleinwüchsigen, aber dunkelgrün gefärbten Blättern und wirkt diesem mit einer erhöhten Phosphorgabe entgegen.

Plaggendüngung

Mit den steigenden Bevölkerungszahlen während des Mittelalters, kam es im Ackerbau in Norddeutschland immer öfter zu Engpässen, denen man mit der Einführung der sogenannten Plaggendüngung entgegenwirken wollte. Da die Böden in dieser Gegend Deutschlands extrem arm an wichtigen Pflanzennährstoffen wie Stickstoff, Phosphor oder Kalium sind und waren, begann man mit einer regelrecht ausgeklügelten „Düngerkultur“.

Um die nötigen Nährstoffe auf die Ackerflächen zu schaffen, wurde mit einem riesigen Flächenverbrauch die sogenannte „Plagge“ abgebaut. Hierbei wurde vom Boden die oberste, fruchtbare Bodenschicht abgeschält und als Einstreu in Viehställe verfrachtet, wo er sich im Laufe seiner Nutzung mit den nährstoffreichen Mist vermischte und einen reichhaltigen organischen Dünger bildete. Durch die Plaggendüngung bildeten sich im Laufe der Jahre dicke, nährstoffreiche Erdschichten, die noch heute als mächtige schwarze „Eschböden“ erkennbar sind.

Zwar wurde durch diese Technik ein hocheffizienter Ackerbau möglich, doch war der Flächenverbrauch enorm. Für den Plaggenhieb wurde in der Regel die dreißigfache Fläche des Ackerlandes benötigt, da die Böden bis zu zehn Jahre Regenerationszeit benötigten, bevor ein weiterer Abbau der Plagge erfolgen konnte. Die Folgen der Plaggendüngung waren nachhaltig und für die Abbauflächen fatal, denn der Preis für den Ackerbau waren weite Flächen verwüsteter Landschaft. Teilweise gerieten ganze Landstriche in Bewegung und wurden durch den Wind bisweilen zu regelrechten Dünenlandschaften umgeformt, welche sich bis zum heutigen Tag nicht mehr für den Ackerbau eignen.

Vorteile des Düngens

Durch den Beginn der planmäßigen Düngung konnte der Ackerbau immense Produktionsfortschritte erreichen. Die Böden Mitteleuropas waren beispielsweise nach der intensiven und rücksichtslosen Ausbeute der vorangegangenen Jahrhunderte völlig ausgelaugt. Wichtige Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor oder Kalium waren den Böden verlorengegangen und die Ernteerträge waren nicht mehr in der Lage die Bevölkerung zu ernähren und Hungersnöte waren die unausweichliche Folge.

Durch den Einsatz moderner Düngemittel konnte die Erzeugung von Nahrungsmitteln auf das bis zu sechsfache gesteigert werden. Besonders klug lassen sich die Vorteile des Düngens nutzen, wenn ein ausgeglichenes Verhältnis von allen drei Grundnährstoffen bei der Düngung hergestellt wird, denn nach dem von Justus von Liebig entdeckten Minimumsgesetz richtet sich der Ertrag der Pflanze nach dem Nährstoff, der am geringsten vorhanden ist. Ist also weniger Kalium im Boden, so wird dies das Pflanzenwachstum begrenzen, wenn hingegen beispielsweise Stickstoff knapp wird, so ist dieser der limitierende Faktor.

Doch ist der Vorteil der Düngung nicht nur ein höherer Massenertrag, sondern auch eine gezielt mögliche Beeinflussung des Pflanzenwachstums. Da alle drei Grundnährstoffe unterschiedliche Auswirkungen auf die Pflanze haben, kann man anhand der Düngerzusammensetzung das Pflanzenwachstum beispielsweise hin zu einer stärkeren Blütenbildung, oder höherer Blattmasse beeinflussen. Der Ertrag wird somit berechenbarer und sicherer verfügbar als im Mittelalter, vor dem Beginn der planmäßigen Düngung. Wird jedoch der Boden mit Nährstoffen regelrecht überschwemmt, besteht die Gefahr das Bodenlebewesen vergiftet werden und nicht aufgenommene Düngestoffe ins Grundwasser und Fließgewässer eindringen und diese kontaminieren.

Wuchernde Algen und Fischsterben können hier einige der möglichen Folgen sein. Schonender, wenn auch etwas weniger berechenbar, ist hierbei die organische Düngung, welche die Nährstoffe während eines Verrottungsprozesses langsam freigibt und den Bodenlebewesen vom Bakterium bis hin zum allbekannten Regenwurm Nahrung und Lebensraum bietet.

Gefahren des Düngens

Wenn bei der Düngung über das Ziel hinausgeschossen wird, der Boden also mit Nährstoffen überschwemmt wird die von der Pflanzengemeinschaft nicht genutzt werden können, so treten die Gefahren gegenüber den Vorteilen des Düngens klar zutage. Viel heißt nicht unbedingt mehr, erst recht nicht beim Düngen. Das Wachstum einer Pflanze richtet sich stets nach dem am geringsten Vertretenen Grundnährstoff.

Ist beispielsweise ein Kaliummangel im Boden vertreten und das Pflanzenwachstum daher schwach, so kann dieser Mangel nicht durch einen stickstoffreichen, oder phosphatreichen Dünger behoben werden. Die überschüssigen Stoffe werden vom Regen aus den Böden geschwemmt und gelangen somit ins Grundwasser, umliegende Landschaften und Gewässer. Algenblüte und damit einhergehende Sauerstoffarmut sorgen für sterbende Wasserorganismen. Das Wasser wird für den Menschen ungenießbar und muss vor der Nutzung aufwändig gefiltert werden.

In den umliegenden Pflanzengemeinschaften gerät die Artenzusammensetzung aus dem Gleichgewicht, da nährstoffliebende Pflanzen Arten verdrängen, welche an nährstoffarme Böden angepasst sind. Besonders stickstoffreiche Düngung wirkt hier inzwischen fatal. 70 % aller Pflanzenarten, die in Deutschland auf der Roten Liste stehen sind Spezialisten, welche an Stickstoffmangelstandorte angepasst sind. Denn Stickstoff kommt heutzutage nicht nur mit dem Dünger auf die Felder, sondern wird in gigantischen Mengen über Abgase in die Atmosphäre eingebracht.

Die Menge ist inzwischen unüberschaubar und muss bei der Düngung berücksichtigt werden. Heute gelangt allein über die Abgase so viel Stickstoff auf unsere Felder wie in den 70er Jahren noch planmäßig von Landwirten ausgetragen wurde. Organische Düngung ist hierbei oftmals die schonendere Alternative, wenn sie nicht in unüberschaubaren Mengen genutzt wird. Auch muss bei ihr darauf geachtet werden, dass sie nicht auf Kosten anderer Lebensgemeinschaften geht, wie dies etwa im Mittelalter bei der Plaggendüngung der Fall war, welche zu einer großflächigen Verwüstung von Landstrichen führte.

Auswirkungen des Düngens auf die Luft

Im Stoffkreislauf des Lebens haben die ausgebrachten Dünger nicht nur Auswirkungen auf den Boden, sondern auch auf das Wasser und die umgebende Luft. Besonders stickstoffhaltige, organische Dünger haben hierbei Auswirkungen auf die Umgebungsluft. Allbekannt ist sicher der strenge Geruch der mit dem Ausbringen von Gülle in der Landwirtschaft einhergeht. Dieser Geruch ist auf Ammoniak zurückzuführen, welcher dem Dünger entweicht. Dieses extrem strengriechende Gas tritt nicht bei allen organischen Düngern gleich stark aus.

Besonders ammoniakhaltig ist hierbei der frische Mist, während älterer, angerotteter Mist kaum noch Ammoniak ausstößt. Die Gefahr des Düngens ist hierbei ein teilweise extrem hoher Stickstoffverlust an die umliegende Atmosphäre mit einem unangenehm riechenden, toxischen Gas. Gering bis völlig zu vernachlässigen sind dagegen die Emissionen bei der Nutzung anorganischer Dünger. Muss hingegen unbedingt organischer Dünger genutzt werden, so sollte Wert auf ein schon länger gelagertes Produkt gelegt werden.

Ist dies nicht möglich und steht beispielsweise nur frischer Mist zur Verfügung, so ist es dringend ratsam diesen unmittelbar nach dem Ausbringen in den Boden einzuarbeiten. Dies kann die Auswirkungen des Düngens auf die Luft drastisch reduziert und die ausgebrachten Nährstoffe den Bodenlebewesen direkter und schneller verfügbar machen.

Auswirkungen des Düngens auf das Wasser

Da Regen überschüssigen Dünger sehr schnell aus dem Boden auswäscht, hat jedes Düngen auch eine hohe Auswirkung auf das umgebende Wasser. So zählt die teilweise besorgniserregende Nitratbelastung deutscher Gewässer zu den größten Gefahren unbedachten Düngens. Da in Deutschland noch immer 25% des Grundwassers die EU-Richtwerte von 25mg pro Liter Grundwasser überschreiten, aber 80% des hiesigen Trinkwassers gerade aus dem Grundwasser gewonnen werden, ist der Ackerbau in manchen Gegenden zu einer regelrechten Gesundheitsgefährdung geworden.

Anders als die Auswirkungen auf die Umgebungsluft, welche im Wesentlichen auf die unangenehme Ausgasung von Ammoniak beschränkt bleibt, bleiben Nitrate im Grundwasser über lange Zeit vor Ort und verflüchtigen sich kaum. Neben der Gesundheitsbelastung für den Menschen, beeinflusst die Ausschwemmung von Düngestoffen auch die Lebenskreisläufe in offenen Gewässern. Zusammen mit hinreichender Wärme und Sonneneinstrahlung sorgen sie für explosive Algenvermehrung, einen rasanten Abfall des Sauerstoffgehaltes und ein damit einhergehendes Sterben der davon abhängigen Wasserorganismen.

Besonders gefährlich ist hierbei die unkontrollierte Ausbringung von organischen Düngern wie Gülle oder Jauche, da sie nicht so genau dosiert werden können wie anorganische Dünger. Die Auswirkung des Düngens auf das Wasser kann gerade durch diese kluge Dosierung minimiert werden, wobei auf eine ausgeglichene Bilanz der Grundnährstoffe zu beachten ist und auch die Nährstoffvorlieben der angebauten Pflanzen bekannt sein müssen.

Auswirkungen des Düngens auf den Boden

Die Auswirkungen des Düngens auf den Boden sind die unmittelbarsten und neben den Auswirkungen auf die Luft und das Wasser die für den Menschen am besten zu kontrollierenden. Primär ist durch die Düngung ein Ausgleich des Verhältnisses der drei Grundnährstoffe Kalium, Phosphor und Stickstoff, da dass Pflanzenwachstum vom Vorhandensein des am geringsten vorkommenden Nährstoffes limitiert wird.

Unerwünschte Auswirkungen der Düngung auf dem Boden treten bei unsachgemäßer Dosierung der verschiedenen Nährstoffe auf. So kann eine zu hohe Stickstoffdosierung sehr schnell zu einer Versauerung der Bodenverhältnisse führen, was besonders in Wäldern mit dem allgegenwärtig hohen Stickstoffausstoß durch Industrie und Autoabgasen zum schweren Problem wird. Diese übermäßige Stickstoffdüngung verändert die Bodenzusammensetzung, so dass aus Ton vorher gebundene Schwermetalle gelöst werden. Diese vergiften Bodenlebewesen und die Wurzeln der betroffenen Pflanzen bis hin zu ihrem Absterben. Auch werden stickstoffbindene Bakterien verdrängt und verschwinden aus überdüngten Böden.

Auch Metalle und Salze in Düngern können das Bodenleben nachhaltig schädigen, etwa die überraschend hohe Urankonzentration in Phosphatdüngern, welche langanhaltend im Boden verbleibt. Umgekehrt kann eine kluge Düngung auch eine positive Auswirkung auf das Bodenleben haben. So sind organische Dünger beispielsweise ausgesprochen förderlich für einen gesunden Regenwurmbestand und können als Auswirkung eine enorme Belebung des Bodens hervorrufen.

Düngegesetz

Da eine unsachgemäße Handhabung zu mannigfaltigen Gefahren durch das Düngen führen kann, wird die Nutzung von Düngern vom Gesetzgeber geregelt. Das zum Düngegesetz novellierte Düngemittelgesetz definiert genau die zentrale Bedeutung des Düngers im Ackerbau und den hohen Wert den die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit für den Menschen hat.
Ebenfalls klar herausgestellt ist das Ziel die durch Auswirkungen des Düngens auf Boden, Luft und Wasser aufkommenden Gefahren zu vermeiden. Hierbei werden die Düngemitteltypen, die Menge und die Zusammensetzung der ausgebrachten Düngemittel benannt. Interessanterweise führt das neue Düngegesetz im Gegensatz zum alten Düngemittegesetz weniger die Pflanzenernährung, als vielmehr die nachhaltige Bewahrung der Bodenfruchtbarkeit als Zentralen Leitgedanken.

Dies bedeutet beispielsweise, dass höherer Wert auf eine intensive Humuswirtschaft gelegt wird. Die hiermit einhergehende ausgeglichene Humusbilanz ist laut des Düngegesetzes neben der Ernte nun genauso wichtig wie eine auf den Bedarf der Pflanzen und des Bodens abgestimmte Nährstoffversorgung.

Düngefenster

Da das Düngegesetz in Deutschland neben den zulässigen Düngemitteltypen auch deren höchstzulässige Menge bestimmt, ist es äußerst wichtig für den Landwirt so ökonomisch wie möglich zu düngen. Da auf großflächigen Anpflanzungen die Auswirkungen des Düngens auf den Boden und die Effizienz derselben kaum berechenbar sind, greifen Landwirte zur Methode des „Düngefensters“.

Hierbei wird bei der ersten erfolgten Stickstoffdüngung eine abgesteckte Parzelle mit der halbierten Düngemenge behandelt. Diese Parzelle wird nun während der Wachstumsphase regelmäßig kontrolliert. Sobald hier eine Mangelernährung der Pflanzen durch ein gelbwerden der Blätter zu beobachten ist, muss die zweite Stickstoffdüngung ausgebracht werden. Die abgesteckte Parzelle wird hierbei zweigeteilt. Die eine Hälfte bekommt wiederum nur die halbe Düngermenge, die Andere keine Düngergabe. Wiederum wird die Blattfarbe als Indikator für die dritte Düngung genutzt.

Ein klarer Vorteil bei dieser Methode ist die Phase zwischen den Düngungen sicherer und effektiver zu berechnen. Besonders positiv ist die explizit auf den Standort geeichte Düngemittelmenge, welche individuelle Besonderheiten des lokalen Bodenprofiles berücksichtigt. Hierbei wird die Menge des verbrauchten Düngers optimiert, während es zu einer besonders geringen Grundwasserbelastung kommt, da nur so viel gedüngt wird, wie die Pflanzen verbrauchen. Auch ist diese Methode mit geringsten methodischen, finanziellen und zeitlichen Aufwand durchzuführen und daher besonders einfach zu handhaben.

Düngemitteltypen

Die neue Düngeverordnung bestimmt präzise die verschiedenen erlaubten Düngemitteltypen. Beispielsweise werden nur noch sieben verschiedenen Düngemitteltypen für organische Düngemittel differenziert. So sind hier zum einen die organischen Einnährstoffdünger zu benennen, welche von einem der wichtigsten Grundnährstoffe Stickstoff, Phosphor oder Kalium zu einem gesetzlich festgelegten Mindestprozentsatz von 3 % enthalten müssen.

Die Nächste Gruppe sind die sogenannten organischen Zweinährstoffdünger, welche zwei der oben genannten Grundnährstoffe enthalten, wobei mindestens 1 % Stickstoff, 0,3% Phosphor oder 0,5% Kalium enthalten sein müssen um in dieser Kategorie zugelassen zu ein. Die letzte Gruppe sind die sogenannten Organischen NPK Dünger, welche sowohl mindestens 1% Stickstoff, als auch mindestens 0,3% Phosphor und 0,5% Kalium enthalten müssen. Wird dem jeweiligen Dünger ein mineralischer Dünger zugesetzt, so muss er beispielsweise als organisch-mineralischer Einnährstoffdünger deklariert werden.

Zusätzlich zu der Grundzusammensetzung klären die Düngemitteltypen ob es sich um einen trockenes Produkt oder einen Flüssigdünger handelt. Als Flüssigdünger wird ein Dünger typisiert, welcher weniger als 15% Trockenmasse enthält. Nur in Ausnahmefällen ist eine Typisierung als Flüssigdünger möglich, wenn dieser Prozentsatz höher liegt. Hier besteht der Gesetzgeber auf den Nachweis des flüssigen Aggregatzustandes des Düngers mit Hilfe von wissenschaftlich anerkannten Methoden, um den korrekten Düngemitteltyp auszeichnen zu können.

Pflanzenschutz

Pflanzenschutz wird im Pflanzenschutzgesetz sehr breit gefächert definiert. Als Begriff umfasst es den Schutz der Pflanze vor pflanzlichen und parsitenbedingten Schadeinflüssen, aber auch den Schutz ihrer Erzeugnisse vor negativen Einflüssen von Witterung und Schadorganismen. Unter einen gründlichen Pflanzenschutz fallen unter Anderem die Gesunderhaltung der Pflanze und ihrer Erzeugnisse durch Vorbeugung, wie etwa einer gut durchdachten und genau dosierten Düngergabe, oder einer regelmäßigen Kalkung, um das Bodenleben auf der Anbaufläche anzukurbeln.

Eine Fruchtfolge nach dem Fruchtfolgekreuz optimiert die Vitalität und die Fruchtbarkeit der angebauten Pflanzen ebenfalls ungemein und wirkt prophylaktisch gegen Bodenverarmung oder Schädlingsbefall. Ebenfalls Wert muss auf eine gute Hygiene- und Quarantänepraxis gelegt werden, da diese das Risiko mindert eventuell schädliche Organismen in den Bestand einzuschleppen und somit Krankheitsbefall auszulösen. Ist dies jedoch schon geschehen, so fällt die Bekämpfung dieser Organismen ebenso unter den Begriff des Pflanzenschutzes wie der Schutz von Mensch, Natur und Umwelt vor eventuell auftretenden negativen Nebenerscheinungen des Pflanzenschutzes.

So sind Land und Forstwirte im Rahmen des Pflanzenschutzgesetzes verpflichtet eventuell toxische Pflanzenschutzmittel aufzubewahren und das Grundwasser durch eine korrekte und angepasste Dosierung vor eventuell einsickernden Schadstoffen zu schützen. Richtig durchgeführter Pflanzenschutz minimiert Ertragseinbußen und kann Qualitätsverluste auch bei den traditionell sehr anfälligen Monokulturen des Intensivanbaus vorbeugen. Da diese Punkte von großer allgemeiner Wichtigkeit sind können sämtliche finanzielle Ausgaben des Pflanzenschutzes vom Staat laut Pflanzenschutzgesetz bezuschusst werden, um die qualitativ gleichbleibende Produktqualität und Produktmenge für Markt und Verbraucher zu gewährleisten.

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